27 Mondkonstellationen – Nakshatra नक्षत्र
Die indische Astrologie teilt den Tierkreis wie die westliche Astrologie in zwölf Zeichen ein. Darüber hinaus verwendet sie zusätzlich eine Einteilung in 27 gleich große Teile, den Nakshatras. Der amerikanische Astrologe Ernst Wilhelm erkannte jedoch, dass die Nakshatras keine Einteilung des Zodiaks, sondern des Himmelsäquators darstellen (→ Astronomische Sicht der Nakshatras). Jedes Nakshatra hat demzufolge eine Größe von 53m20s RA (Rektaszension, die Maßeinheit des Himmelsäquators). Dies entspricht der durchschnittlichen täglichen Bewegung des Mondes. Nach rund 27 Tagen erreicht der Mond wieder seine Ausgangsposition auf dem Himmelsäquator. Dieser Zusammenhang erklärt, warum die Nakshatras oft mit Mondhäuser oder Mondkonstellationen übersetzt werden. Der Sanskritbegriff weist im Grunde darauf hin, dass der Mond sich im Laufe von 24 Stunden vor einer bestimmten Fixsternkonstellation befindet. Daher haben die 27 Nakshatras einen stärkeren Bezug zu den Fixsternen als die 12 Tierkreiszeichen.
Die indische Mythologie erzählt, dass der Mond, der als Planet das männlich-aktivierende Prinzip in Bezug auf die weiblich-passiven Nakshatras symbolisiert, jede Nacht eine andere seiner 27 Frauen besucht. Die Namen dieser Frauen sind die Namen der 27 Nakshatras. Sie sind Töchter des kosmischen Architekten Daksha.
Ein indischer Astrologe betrachtet nicht nur die Zeichenstellung des Mondes (die ohnehin als wichtiger angesehen wird als die der Sonne), sondern er schaut auch, in welchem Nakshatra sich der Mond zum Zeitpunkt der Geburt befindet. Darüber hinaus ist auch das Nakshatra prägend, in dem sich der Aszendent befindet. Der Mond symbolisiert den Geist, die Art und Weise der Wahrnehmung und die Fähigkeit, das Wahrgenommene zu verarbeiten. Die Nakshatraqualitäten modifizieren diese Faktoren maßgeblich, da die Nakshatras Einflüsse anzeigen, die vor allem auf mentaler Ebene zum Ausdruck kommen.
Die neun Planeten beherrschen jeweils drei Nakshatras. Die Reihenfolge der Nakshatraherrscher ist wichtig, denn sie entspricht der Abfolge der Mahadasha-Phasen im Vimshottari Dasha System.
Nakshatra Pada
Struktur des Siderischen Zodiaks
27 Nakshatras x 4 Padas = 108 Padas
Der vedische Tierkreis umfasst eine Größe von 24 Stunden Sternzeit des Himmelsäquators (bzw. 360° Bogengrad im siderischen Zodiak), die unterteilt werden in:
- 12 Rāśis (Tierkreiszeichen) à 30° oder 2 Stunden Sternzeit
- 27 Nakshatras (Mondhäuser) à 13°20′ Bogengrad oder 53 Minuten 20 Sekunden Sternzeit
- 108 Padas à 3°20′ Bogengrad oder 13 Minuten 20 Sekunden Sternzeit
Diese 108 Padas decken den gesamten Zodiak ab und entsprechen jeweils einem Neuntel (navāṃśa) eines Zeichens. Sie dürfen nicht mit den Navamshas des gleichnamigen Vargas D9 verwechselt werden, da diese eine andere Berechnungsgrundlage haben! → Navamsha D9
Nakshatra Pada entspricht einer Feinjustierung, die eine präzisere astrologische Deutung erlaubt als das Rāśi oder Nakshatra allein. Die Energie des jeweiligen Padas beeinflusst, wie sich die Eigenschaften des Nakshatras konkret im Leben zeigen und karmische Einflüsse der Planeten den Charakter prägen. weiterlesen im Starfish-Blog: → Nakshatra Pada
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