06 – Ardra

“Tropfen, Feuchtigkeit”
Gottheit: Rudra, Gott der Stürme (Shiva)
Fixstern: Beteigeuze im Sternbild Orion
Shakti: die Fähigkeit zur Anstrengung
Obere Ebene: Jagen und Suchen
Untere Ebene: Das Ziel erreichen
Ergebnis: das angestrebte Ziel erreichen

Im Sternbild Orion wurde in alter Zeit ein Riese oder ein mächtiger Jäger gesehen. Beteigeuze ist der Hauptstern in der Schulter des himmlischen Jägers, der einer griechischen Sage zufolge einer der sieben Schwestern des Sternbildes Plejaden nachstellte.

Der alt-vedische Gott Rudra galt als zerstörerische Gottheit, der auch heilende Kräfte zugesprochen wurden, denn Rudra reinigte durch seine Stürme die Atmosphäre. In den vedischen Schriften erscheint er mal als zorniger Bogenschütze, der um Schutz der Familie angefleht wurde, mal als wilder Jäger und Herr der Tiere des Waldes.

Das Nakshatra Ardra repräsentiert den „nährenden Sturm“: er ruft intensive emotionale Energie und Ereignisse ins Leben. Der Sturm steht auch für das Durchgeschütteltwerden in Krisenzeiten. Die nach einem Sturm gereinigte Luft symbolisiert das nach einer bewältigten Krise erweiterte Bewusstsein. Planeten in Ardra können „Stürme“ im Leben heraufziehen lassen, die intensiv, leid- und schmerzvoll erfahren werden, aber schlussendlich Gutes im Leben bewirken. Deshalb ist der Mensch insbesondere mit dem Mond in der Konstellation Ardra bereit, seine enormen Kräfte für die Bewältigung von Krisen einzusetzen.

Ardra ist von scharfer Natur, d.h. es ist förderlich für „intensive“ Themen im Leben, die sprichwörtlich durch Mark und Bein gehen können. Mond in Ardra zu Beginn eines chirurgischen Eingriffs gilt als sehr günstig, auch wenn der chirurgische Schnitt zunächst erschreckend und angsterregend erscheint. Die sattvische Motivation deutet darauf hin, dass die intensiven Handlungen und Erfahrungen Ardras schlussendlich den Charakter stärken und Weisheit und Liebe fördern.

Foto Wikipedia

Der 32. US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt wurde mit Mond im Nakshatra Ardra geboren. Er führte die USA durch die schwierigen Krisenjahre der Großen Depression bis in die letzte Phase des 2. Weltkrieges, also durch „stürmische Zeiten“ der US-  und Weltpolitik. Er nutzte die Zeit seiner Regentschaft nicht nur zur Bewältigung der aktuellen Krisen („New Deal“), sondern auch zum Vorantreiben seiner idealistischen Ziele einer gerechteren Weltordnung („Good Neighbor Policy“).