04 – Rohini

„wachsend; rötliche Kuh“
Gottheit: Brahma-Prajapati
Fixstern: Aldebaran im Sternbild Stier
Shakti: Wachstum
Obere Ebene: Pflanzen
Untere Ebene: Wasser
Ergebnis: die Schöpfung

Brahma beginnt schein Schöpfungswerk, indem er das Chaos des Urozeans (Varunas Reich) anschaut. Sein Schauen lässt Mahat-Tattva, das Meer der Ursachen entstehen, die Formen der Materie, die im Urozean als Potenz vorhanden sind. Brahmas Körper teilt sich in eine männliche und eine weibliche Hälfte, seine Gefährtin Saraswati, die Göttin der Weisheit. Brahma vereint sich mit Saraswati und es entsteht Manu, der Stammvater der Menschheit.

Im Nakshatra Rohini geht es um Brahmas Schöpfungswerk, die Natur, um das Wachsen der Dinge und des (lunaren) Bewusstseins. Sein Stern ist Aldebaran, der helle, rötliche Hauptstern im Sternbild Stier (Rohini lässt sich auch mit „rötliche Kuh“ übersetzen), das „Auge“ des Himmelsstiers. Aldebaran gehörte in babylonischer Zeit zu den vier königlichen Sternen (neben Regulus, Antares und Fomalhaut).

Rohini war die erklärte Lieblingsfrau des Mond-Gottes Chandra, obwohl er mit allen 27 Nakshatras verheiratet war. Deshalb werden angenehme Ereignisse, für die eine lange Lebensdauer erwünscht und beabsichtigt ist, zum Beispiel Hochzeiten oder Grundsteinlegungen, auf einen Termin gelegt, an dem vorzugsweise der Mond in Rohini steht. Die fixe (dhruva, sthira) Natur Rohinis begünstigt langfristige Effekte dieser Konstellation. Das Sternbild Stier kann allerdings mit der ausgeprägten Neigung zur Hingabe an den Genuß der materiellen Freuden des Lebens neben einem besitzergreifenden und festhaltenden Wesen eine Tendenz zu Neid, Missgunst und Eifersucht begünstigen.

Die mythologische Bevorzugung Rohinis durch den Mond kann als Hinweis auf die Gefahren der Verstrickung des (lunaren) Bewusstseins in die Welt der Materie verstanden werden. Das Eintauchen des Bewusstseins in die Materie ist mit Freuden und Annehmlichkeiten verbunden, und gleichzeitig mit Schmerzen und Tod (das Abnehmen des Mondes). Der zunehmende Mond macht wiederum jeden Monat aufs neue deutlich, dass es keinen endgültigen Tod gibt, sondern alles in der Welt der Materie ein Kreislauf von Werden, Vergehen und Neuwerden ist.

Foto Wikipedia

Fred Astaire, Joan Baez, Brigitte Bardot, Julie Delpy wurden jeweils mit dem Mond in Rohini geboren. Sie stehen beispielhaft für die Lebensfreude, Schönheit und das Gefühl der Verbundenheit mit und Verantwortlichkeit für Brahmas Schöpfung, für Mensch, Tier und Natur, die sie in Arbeit oder Privatleben zum Ausdruck bringen.