02 – Bharani

„Träger, Überbringer“
Gottheit: Yama, Gott des Todes
Fixstern: Bharani (41, 35 Arietis) im Sternbild Widder
Shakti: die Fähigkeit, Dinge wegzunehmen
Obere Ebene: dem Körper Leben entziehen
Untere Ebene: der Übergang der Seele in das Reich der Vorfahren
Ergebnis: Geschöpfe wandern in die nächste Welt

Bharani ist ein sehr kreatives, schöpferisches Nakshatra, nicht selten mit einer betont sexuellen Note. Symbol ist die Yoni, das weibliche Geschechtsorgan. Dass der vedische Gott des Todes, Yama, über seine Belange wacht, irritiert nicht mehr, wenn man berücksichtigt, dass Yama große Ähnlichkeit mit dem griechischen Gott Hades bzw. dem römischen Pluto hat. Die obere (spirituelle) Ebene handelt davon, den Manifestionen der Materie das Leben zu entziehen, wenn die Zeit für eine Wandlung der Form gekommen ist, für eine Trans-form-ation, bei der es im Grunde darum geht, das Überlebte, nicht mehr Zeitgemäße sterben zu lassen, damit Neues entstehen und das Leben in neue Formen einziehen kann.

Yama fand als erster gestorbener Mensch den „Weg der Väter, den Weg ins Jenseits, in den Himmel. Er wurde so zum Dharmaraja, dem König des Dharmas, der in seiner Funktion als Totenrichter das unerforschliche Weltgesetz Rita kennt. Er ist in dieser Funktion als einziger befähigt, über Menschen ein ehrliches Urteil zu fällen, frei von Vorurteilen. Bharani weiß, was und wer es wert ist, auch in der Zukunft Bestand zu haben oder erhalten zu werden. Diese Fähigkeit ist besonders nützlich in der Bewältigung des materiellen Daseins und dem Erfüllen der Verpflichtungen, die dieses mit sich bringt (Artha-Zielsetzung).

Bharani hat eine exzessive Qualität, da sich hier Gegensätze berühren: der weibliche Planet Venus beherrscht dieses Nakshatra, das einen Teil des Sternbildes Widder bildet, der wiederum von Mars beherrscht wird. Geburt und Tod berühren sich hier. Der Mensch neigt in diesem Nakshatra leicht zu Übertreibungen, auch in seinen idealistischen Bestrebungen, die hier häufig anzutreffen sind.

Foto Wikipedia

Der Sänger Jim Morrison wurde mit dem Mond im Nakshatra Bharani geboren. Er war als Künstler sehr kreativ und gleichzeitig geradezu besessen von Yamas Reich des Todes. Er zählte zu den charismatischsten Persönlichkeiten seiner Zeit.