Purushartha

Vier Lebensziele in den Häusern

Purushartha (पुरुषार्थ puruṣārtha) „Ziel (Artha) des Menschen (Purusha)“; die vier Bestrebungen bzw. Ziele des Menschen: Kama, Artha, Dharma, Moksha.

Die 12 Häuser sind mit den vier Lebenszielen verbunden:

Dharma bedeutet „Sinn, Zweck“. Die Feuer-Häuser 1, 5 und 9 symbolisieren unsere Grundstruktur und unsere Berufung im Sinne von dem, was die Seele als ihre Aufgabe in dieser Welt ansieht. Das 1. Haus zeigt unseren Charakter, das 5. Haus die kreative Entfaltung und das 9. Haus die höheren, spirituellen Ziele.

Artha bedeutet „Besitz“. Die Erd-Häuser 2, 6 und 10 hängen mit Besitz, Wohlstand und Arbeit zusammen. Es geht hier um das praktische und materielle Leben. Das 2. Haus zeigt unsere Besitztümer, das 6. Haus unsere Arbeit und dadurch hervorgerufene Probleme und das 10. Haus unseren Erfolg.

Kama heißt übersetzt „Freude, Spaß“. Die Luft-Häuser 3, 7 und 11 hängen mit unseren Wünschen zusammen und unserem Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Das 3. Haus zeigt unsere Lebenskraft und Abenteuergeist, das 7. Haus unser Bedürfnis nach Partnerschaft/Beziehung und das 11. Haus unsere Ziele.

Moksha bedeutet „Erleuchtung“. In den Wasser-Häusern 4, 8 und 12 geht es um Befreiung und das Streben nach Transzendenz. Die Energie ist hier introvertiert nach innen gerichtet. Das 4. Haus zeigt unsere Mentalität und innere Zufriedenheit, das 8. Haus Krisen und Kämpfe, die durchgestanden werden müssen und das 12. Haus hängt mit Opfern und Loslassen zusammen, welche die Erleuchtung in der Regel von uns abverlangt.

Diese vier Ziele bilden eine Hierarchie, d.h. sie haben unterschiedliche Prioritäten. An erster und grundlegenster Stelle steht Dharma: wir sollen den tieferen Sinn unserer Existenz in diesem Leben erfüllen und das tun, was unsere innere Aufgabe oder „Pflicht“ ist. Aus dieser inneren Berufung heraus ergibt sich dann Artha, d.h. wie wir unseren Lebensunterhalt verdienen sollen. Dieser ist dann wiederum Grundlage für Kama, für Spiel und Spaß im Leben, die auch nicht zu kurz kommen sollen. Nehmen allerdings die in den Luft-Zeichen angezeigten Begierden überhand, können sie unseren Dharma oder auch unsere materielle Basis Artha beeinträchtigen. Das letzte Ziel ist dann Moksha, die endgültige Befreiung der Seele, die aber erst dann für uns wichtig wird, wenn wir unsere Aufgabe in der Welt materialisiert und dabei auch Freude haben. Dann sind wir bereit für die Erleuchtung.