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In Indien wird mit den auch im Westen bekannten zwölf Zeichen gearbeitet, allerdings nicht auf der Basis des tropischen Zodiaks, dessen Beginn durch die Frühlingstagundnachtgleiche definiert ist, sondern des siderischen Zodiaks, der auf den astronomischen Sternbildern basiert. In der Realität sind diese Sternbilder zwar unterschiedlich groß, doch der Einfachheit halber haben die Inder sie in zwölf gleich große siderische Zeichen unterteilt. Sie tragen die gleichen Namen wie in Europa. Mit dem so genannten Ayanamsha kann man sehr einfach sämtliche Horoskopfaktoren vom tropischen auf den siderischen Tierkreis übertragen. Wie in der westlichen Astrologie gibt es zwölf Häuser, allerdings mit teilweise erheblich voneinander abweichenden Bedeutungen. Der amerikanische Astrologe Ernst Wilhelm arbeitet seit 2006 mit dem tropischen Zodiak.

Indische Astrologen arbeiten mit den klassischen, von Auge sichtbaren Planeten einschließlich Sonne und Mond. Die neuen Planeten Uranus, Neptun und Pluto lassen sie unberücksichtigt, da die Rishis vor Tausenden von Jahren nichts über sie hinterlassen haben. Dafür wird der Mondknotenachse ein stärkere Bedeutung und Aussagekraft beigemessen als in der westlichen Astrologie.

Bei der Deutung eines indischen Horoskops wird auf das System der Zeichen- und Häuserherrscher großen Wert gelegt. Interessanterweise unterscheidet es sich nicht von der klassischen Astrologie des Abendlandes. Auch in Indien beherrscht Mars die Zeichen Widder und Skorpion, Venus den Stier und die Waage, Merkur die Zwillinge und die Jungfrau. Die südindische Darstellungsvariante des Horoskops trägt dieser Deutungsmethode Rechnung.

Indische Horoskopgraphiken sind nicht kreisförmig, sondern quadratisch. Das südindische Horoskop besteht aus zwölf kleinen Quadraten, jedes entspricht einem Zeichen und einem Haus. Der Tierkreis ist im südindischen Horoskop immer fest, das heißt wir finden das Zeichen Fische immer oben links, die Zwillinge oben rechts. Der Aszendent wird im jeweiligen Zeichen durch einen Schrägstrich gekennzeichnet.

Diese Darstellungsart hat besondere Vorteile, wenn es um die Herrscherbeziehungen der Planeten geht und wenn die planetaren Aspekte ermittelt werden sollen.

Dies ist meine favorisierte Darstellung indischer Horoskope, deshalb sind alle indische Graphiken der Starfish-Seite in der südindischen Art dargestellt. Vorsicht: der Tierkreis läuft anders als in westlichen Horoskopen im Uhrzeigersinn!

Das nordindische Horoskop ähnelt den Horoskopzeichnungen des Mittelalters. Hier sind nicht die Tierkreiszeichen eine feststehende Größe, sondern wir finden das 1. Haus immer an der gleichen Stelle, nämlich im oberen Viereck. Die vier beweglichen (kardinalen) Häuser 1, 4, 7 und 10 sind in einem großen inneren Viereck angeordnet, die anderen Häuser als Dreiecke an den Außenrändern dargestellt. Die Zählrichtung der Häuser ist wie auch im Westen gegen den Uhrzeigersinn.

In einem nordindischen Horoskop werden die Tierkreiszeichen in der Regel nicht eingezeichnet, sondern es wird im Feld des ersten Hauses einfach nur die Nummer des jeweiligen Zeichens eingetragen (1 = Widder, 2 = Stier, 3 = Zwillinge). Die Zahlen bedeuten daher nicht die Nummer des Hauses, sondern welches Zeichen sich darin befindet.