Joseph Ratzinger – Papst Benedikt XVI

Anlagen und deren Verwirklichungsmöglichkeiten
im indischen Horoskop

Im Januar 2005 stieß ich zufällig auf das Horoskop des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger (16. April 1927, 4.15 Uhr in Marktl am Inn1). Die Betrachtung des indischen Rashi (das indische Grundhoroskop) verführte mich zu dem Gedanken: „Der hat das Zeug, Papst zu werden!“ Wie kann ich zu dieser doch recht konkreten Aussage kommen? Die Deutung eines Horoskops nach den seit vielen Hunderten und sogar Tausenden von Jahren überlieferten Regeln indischer Astrologen erlaubt Aussagen darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich ein im Horoskop angelegtes Potential auch tatsächlich im Leben verwirklichen lässt. Das indische Horoskop zeigt an, wie relativ leicht oder mit welchen Schwierigkeiten die Umsetzung unseres Potentials möglich sein wird.

Kurze Einführung in die indische Astrologie

Vorab einige technische Hinweise zu indischen Horoskopen. Sie weichen von den in Europa gewohnten ab, da sie auf der Grundlage des siderischen Tierkreises berechnet werden. Der siderische Tierkreis orientiert sich an den Sternbildern, während sich der uns wohl bekannte tropische Zodiak nach der Ekliptik ausrichtet. Der Frühlingspunkt (die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche) befindet sich tropisch stets auf 0° Widder. Allerdings befindet sich die Sonne zu diesem Zeitpunkt nicht immer auch im Sternbild bzw. siderischen Zeichen Widder. Seit etwa 2000 Jahren steht die Sonne bei Frühlingsbeginn vor dem Sternbild der Fische, vor 4000 bis 2000 Jahren vor dem Sternbild Widder. Und in einigen Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten wird sie zum Frühlingsanfang vor dem Sternbild Wassermann zu sehen sein – der Beginn des Wassermann-Zeitalters. Diese Bewegung hängt mit der Präzession der Erdachse zusammen. Die siderischen Zeichen können wir als eine „Vereinfachung“ der Sternbilder ansehen. Die Sternbilder sind unterschiedlich groß und überschneiden sich teilweise. Die siderischen Zeichen sind alle 30° groß, womit ihr Anfang und Ende jeweils klar definiert ist. Der Anfang des gesamten siderischen Tierkreises wird durch den Fixstern Spica definiert, der sich auf 0° Waage siderisch befindet. Zurzeit beträgt die Verschiebung zwischen dem tropischen und siderischen Tierkreis etwa 24°, d.h. 0° Widder tropisch entspricht rund 6° Fische siderisch.

Darüber hinaus teilen die Inder den siderischen Tierkreis in 27 Konstellationen von jeweils 13°20‘ ein, die so genannten Nakshatra oder „Mondhäuser“. Sie entsprechen in etwa der täglichen Bewegung des Mondes durch den Tierkreis.

Sie finden in diesem Artikel – abweichend von der indischen Tradition – die für uns Astrologen in Europa gewohnte Kreisgraphik (Abb. 1 und 2). Indische Graphiken haben in der Regel eine quadratische Form (Abb. 3), welche bei Anwendung der klassisch-indischen Deutungsregeln gegenüber der Kreisgraphik große Vorteile hat.

Der klassische indische Astrologe arbeitet mit zwölf Zeichen wie sein Kollege im Westen, mit zwölf Häusern und mit neun Planeten. Am weitesten verbreitet ist in Indien ein Häusersystem, wonach ein Zeichen einem Haus entspricht (Tierkreiszeichenhäuser). Das Zeichen, in das der Aszendent fällt, ist gleichzeitig das 1. Haus, d.h. auch der Bereich vor dem Aszendenten zählt zum 1. Haus. Das nachfolgende Zeichen entspricht dem 2. Haus, das dritte Zeichen nach dem Aszendenten dem 3. Haus usw. Es finden in Indien auch Häusersysteme Verwendung, die das Medium Coeli einbeziehen (z.B. Porphyrius oder in neuerer Zeit vereinzelt auch Placidus). Das entsprechende Horoskop nennt sich Bhava Chakra (Häuser-Horoskop) im Gegensatz zur Bezeichnung Rashi Chakra für die Radix. Es ergänzt die Aussagen des Rashi. In diesem Artikel beziehe ich mich stets auf die Tierkreiszeichenhäuser, wenn nichts anderes angegeben ist.

Die Bedeutung der einzelnen Häuser unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von unseren westlichen Deutungsgewohnheiten. Sprache wird z.B. nicht dem 3. Haus, sondern dem 2. Haus zugeordnet. Das 3. Haus sagt dagegen etwas über unsere Energie, Mut und Lebenskraft aus.

Die neun Planeten, welche in der indischen Astrologie Anwendung finden, sind uns auch im Westen wohl bekannt: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn sowie die Mondknoten. Der aufsteigende Mondknoten heißt Rahu, und der absteigende Mondknoten wird Ketu genannt. Da sie „unsichtbar“ sind, werden sie traditionell als „Schattenplaneten“ bezeichnet. Die Bedeutungen der Planeten sind in Europa und Indien recht ähnlich bis auf einige Unterschiede, insbesondere was den Mond und die Mondknoten betrifft. Die neuen Planeten Uranus, Neptun und Pluto werden von den meisten indischen Astrologen nicht in ihre Deutungen einbezogen. Man kann jedoch feststellen, dass die Themen, die westliche Astrologen mit Uranus, Neptun und Pluto in Zusammenhang bringen, in Indien oft durch die Mondknotenstellungen im Horoskop angezeigt sind. Das Ziel der Mondknoten im indischen Horoskop ist eine Spiritualisierung des Menschen, wobei der Nordknoten Rahu als „Übeltäter“ angesehen wird, da er langfristig gesehen zu Enttäuschung und Ernüchterung in Bezug auf die begehrenswertesten Aspekte menschlichen Lebens führt: materielle Verhaftung und physisches Wohlergehen. Der Südknoten Ketu bezieht sich auf die aus früheren Leben mitgebrachten Erfahrungen, auf die Weisheit, die durch die Betrachtung der Natur und aller Lebensvorgänge im Universum entsteht sowie auf die Bedeutung verschiedener spiritueller Handlungen, um letztendliche Befreiung (Moksha) zu erreichen. Wir sehen, dass die Deutung der Mondknotenachse in Indien sehr von der vedischen Philosophie beeinflusst ist und wesentlich von der im Westen geläufigen, psychologischen Deutung abweicht.

Indische Horoskopdeutungen werden in der Regel vom klassischen Konzept der Wohl- und Übeltäter geprägt, wobei es hier natürlich immer auf die Perspektive ankommt. Sonne, Mars, Saturn und die Mondknoten gelten als natürliche Übeltäter, da durch ihren Einfluss, sei es durch Zeichen, Haus oder Aspekte, eine von ihnen betroffene Sache Schaden nehmen kann. Merkur, Venus und Jupiter werden als natürliche Wohltäter angesehen, da unter ihrem Einfluss Angelegenheiten eher wachsen und gedeihen können. Diese Einschätzung ist vor allem für die „weltlichen“ Belange im Horoskop oft gültig, da von Mars, Saturn oder den Mondknoten geprägte Erfahrungen meist „unangenehm“ und „hart“ erscheinen, während dies bei Merkur, Venus und Jupiter in der Regel nicht der Fall ist. In Bezug auf spirituelle Themen, die in indischen Horoskopen einen hohen Stellenwert einnehmen, können sich diese Vorzeichen jedoch schnell in ihr Gegenteil umkehren. Ganz abgesehen davon kann ein natürlicher Wohltäter wie Jupiter im Falle von bestimmten Aszendenten, beispielsweise den Venus-regierten Stier und Waage, zu einem temporären, d.h. nur für diesen Aszendenten gültigen Übeltäter werden. Umgekehrt wird der natürliche Übeltäter Saturn zu einem temporären Wohltäter für die Aszendenten-Zeichen Stier und Waage. Die Eigenschaften eines Wohl- oder Übeltäters werden in Indien also sehr differenziert gesehen und angewendet.

Die Planeten herrschen über die gleichen Zeichen wie auch in der klassischen Astrologie des Altertums und Mittelalters, d.h. Mars über Widder und Skorpion, Venus über Stier und Waage, Merkur über Zwillinge und Jungfrau usw. Jedes Nakshatra (Mondhaus) wird ebenfalls von einem Planeten beherrscht, wobei hier auch die Mondknoten als Herrscher fungieren können. Da es 27 Nakshatra gibt, herrscht jeder Planet einschließlich dem Nord- und Südknoten über jeweils drei Mondkonstellationen.

Die Planeten bilden Aspekte, die von der westlichen Aspektsystematik erheblich abweichen. Ein Planet kann beispielsweise ein leer stehendes Haus aspektieren und damit beeinflussen. Zwei Planeten im selben Zeichen und Haus gehen eine der Konjunktion ähnliche Verbindung ein, auch wenn sich der eine Planet am Anfang des Zeichens befindet und der andere an dessen Ende.

Die Anlagen Joseph Ratzingers im indischen Horoskop

Im vedischen Horoskop von Joseph Ratzinger (Abb. 1 und 3) sehen wir das Potential einer tragenden Rolle in der Öffentlichkeit auf dem Feld seines Berufes oder seiner Berufung, denn Aszendent-Herrscher Saturn findet sich im 10. Haus. Saturn in Skorpion legt hier das Wirken in einer Institution mit festen Regeln und einem gewissen Absolutheits-Anspruch nahe. Er aspektiert nach den indischen Aspektregeln von seiner Position im 10. Haus das 12. Haus, was auf eine Einschränkung dieses Lebensbereiches hinweist. Hier findet sich einerseits der buchstäblich klösterliche Rückzug, der durch die Kargheit des Zeichens Steinbock und den Saturn-Aspekt verstärkt wird. Gleichzeitig ist dieser Aspekt auch ein Hinweis auf den Zölibat, denn die Inder ordnen die Sexualität dem 12. Haus zu. Weiter aspektiert Saturn das 4. Haus und das 7. Haus, d.h. auch Familie und Partnerschaft müssen sich dem beruflichen Ehrgeiz des Saturn unterordnen. Im 10. Haus im Skorpion stellt man sich mit Saturn weniger den Freiberufler vor als jemanden, der sich innerhalb eines hierarchischen Gefüges stetig hinauf an die Spitze arbeitet.

Im 1. Haus finden wir Jupiter stark im Zeichen Wassermann. Er beherrscht das 2. und 11. Haus. Das 2. Haus wird mit der Sprache in Zusammenhang gebracht, generell eigentlich mit allem, was in den Mund hineinkommt (Nahrung) und was ihn wieder verlässt (Worte). Jupiter als natürlicher Wohltäter lässt hier eine gute sprachliche Ausdrucksfähigkeit vermuten. Das 11. Haus hängt mit unseren Wünschen zusammen und zeigt an, inwieweit wir unsere Ziele auch erreichen können. Wenn sich der Herrscher des 11. Hauses im 1. Haus befindet, noch dazu ein Wohltäter wie Jupiter, handelt es sich um einen Menschen, dem der Erfolg fast wie von selbst zufällt. Es gibt auch Gegner, denn Mars und der aufsteigende Mondknoten Rahu werfen einen Aspekt auf das 11. Haus. Aber da gleichzeitig Jupiter diese beiden Planeten aspektiert, kann er – vermutlich vor allem rhetorischen – Einfluss auf die Gegner nehmen; sie können Jupiter nicht wirklich etwas anhaben.

Im 2. Haus steht Merkur in Fische im Zeichen seines Falls. Dies zeigt eine gewisse Schwäche an. Durch einen Aspekt des gegenüberliegenden Mondes wird diese Beeinträchtigung jedoch teilweise wieder aufgehoben. Merkur kommt aus dem 5. und 8. Haus. Das 5. Haus zeigt aus indischer Sicht den positiven Dharma, den wir aus früheren Leben mitgebracht haben, sozusagen unser karmisches Guthaben (Purva Punya). Es wird mit höherer Intelligenz, Weisheit und Kreativität verbunden. Diesem Haus werden religiöse Rituale zugeordnet oder auch das Studium spiritueller Schriften. Es zeigt unser Urteilsvermögen und die Fähigkeit an, Menschen angemessen beraten bzw. einen guten Rat annehmen zu können. Außerdem werden natürlich Kinder diesem Haus zugeordnet wie auch in der westlichen Astrologie.

Da Herrscher Merkur im Fall steht, leiden die Themen des 5. Hauses gewissermaßen. Verstärkt wird dies durch die Anwesenheit der allgemein schwierigen Faktoren Mars und aufsteigender Mondknoten. Sie bringen eine gewisse Härte und Unnachgiebigkeit in diesen Lebensbereich und sind z. B. ein Hinweis auf eine wahrscheinliche Kinderlosigkeit oder zumindest auf Probleme mit Kindern. Mars und Rahu zeigen nicht gerade eine einfühlsame Beratungsfähigkeit, sondern die Neigung, jemandem seine Ansichten unmissverständlich darzulegen oder gar mit seinen Ratschlägen Schaden anzurichten. Sie verleihen zwar einen scharfen Intellekt, aber dennoch ist das Urteilsvermögen nicht wirklich ausgewogen.

Das 5. Haus mit Mars und Rahu zeigt einen wesentlichen Punkt im Wesen Ratzingers: oft wurde er schon vor allem in Europa für seine kompromisslose und zuweilen harte Einstellung zu Themen wie Priesterehe, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften, künstliche Formen der Empfängnisverhütung oder Schwangerschaftsabbruch kritisiert – hauptsächlich 5.-Haus-Themen aus indischer Sicht. Er vertritt hier sehr konservative Ansichten, die nach Meinung vieler starr und unausgewogen sind.

Merkur beherrscht neben dem 5. auch das 8. Haus, das ähnlich wie in der westlichen Astrologie gedeutet wird. Zudem wirft Merkur einen Aspekt auf das 8. Haus. Ratzinger versucht mit merkurischer Intelligenz und logischem Denken den Grenzbereichen und der Mystik des 8. Hauses auf den Grund zu gehen und diese wiederum im 2. Haus verbal zum Ausdruck zu bringen. Es könnte auch sein, dass sein Intellekt stark um die Themen Sünde und Buße kreist, die ebenfalls mit dem 8. Haus verknüpft werden.

Im 8. Haus steht der Mond. Er symbolisiert in der indischen Astrologie den Geist (Manas) im Sinne von Mentalität. Er steht ganz allgemein für das Wahrnehmungsvermögen oder auch unsere „Gestimmtheit“. Der Mond repräsentiert das Alltagsbewusstsein, während die Sonne die unsterbliche Seele (Atman) anzeigt. Aus diesem Grund wird in indischen Horoskopen großer Wert auf den Mond gelegt, da er uns Menschen auf der Erde im wahrsten Sinne des Wortes nähersteht als die Sonne. Im 8. Haus beschäftigt sich die Mentalität nun auf merkurische Art (Zeichen Jungfrau) mit den großen Fragen des Lebens und weniger mit alltäglichen Dingen wie Familie und Partnerschaft. Der Geist durchlebt des Öfteren Krisen und ist mitunter Transformationsprozessen ausgesetzt. Außerdem werden der Mond und das 8. Haus von Mars mit Rahu im 5. Haus aspektiert, was ebenfalls eine Verletzung des Mondes bedeutet. Die Sonne hingegen steht stark im Widder, dem Zeichen ihrer Erhöhung, im 3. Haus des Mutes und der Energie. Sie kann sich durchsetzen und ist für den ehrgeizigen Saturn im 10. Haus eine große Unterstützung auf dem Karriereweg nach oben. Diese Kombination von Mond und Sonne zeigt Ratzingers Zuwendung zu einer mehr männer- oder vaterorientierten Kirche (Sonne) als zu einem weiblich oder mütterlich geprägten Glauben (Mond). Die ungünstige Mondstellung lässt ihn emotional blutleer erscheinen, dafür brilliert er mit Intelligenz, Logik und Autorität.

Dies sind die Grundzüge der indischen Radix. Sie allein lassen bereits einen ehrgeizigen und auch erfolgreichen Menschen erkennen. Zur Ergänzung können wir die Stellung der Planeten in den Placidus-Häusern (Abb. 2) hinzunehmen. Wir finden so Jupiter, Merkur und die Sonne im 1. Placidus-Haus. Merkur bezieht sich so gesehen nicht nur auf das sprachliche Ausdrucksvermögen und andere 2.-Haus-Themen, sondern direkt auch auf die Person Joseph Ratzinger. Die erhöhte Sonne steht im 1. Placidus-Haus sehr stark und lässt auf eine wichtige Position im Leben schließen. Eine exaltierte Widder-Sonne im 1. Haus wird in der Welt nicht übersehen. Venus steht im 2. Placidus-Haus und verleiht dem sprachlichen Ausdruck Harmonie und Diplomatie. Mars und Rahu stehen im 4. Placidus-Haus, was einen ausgeprägten Ehrgeiz anzeigt, der den inneren Frieden wesentlich beeinträchtigen kann.

Wichtig ist in einem indischen Horoskop stets die Mondknotenachse. Sie liegt hier auf der Achse 5/11 bzw. der Placidus-Hausachse 4/10, welche beide aus indischer Sicht sehr günstige Stellungen für die Mondknoten sind. Rahu symbolisiert die Energie in uns, die uns tief in die Welt der Materie und der Erscheinungen eintauchen lässt, um dort alle persönlichen Wünsche und Begierden erfüllen zu können. Schlussendlich kommt jedoch die Erkenntnis, dass diese Wunscherfüllung nicht wirklich glücklich macht. Rahu im 5. Haus könnte die Vorstellung haben, diese Erfüllung nur durch Intelligenz und Wissen erreichen zu können. Er könnte der Meinung sein, die allein richtige Wahrheit erkannt zu haben und sie allen anderen Menschen mitteilen zu müssen. Mit Rahu im 4. Placidus-Haus haben wir bestimmte Vorstellungen, wie Heimat, Familie und innere Zufriedenheit aussehen sollen (was in der Regel impliziert, dass wir hier einen Mangel, eine Unzufriedenheit erleben, was uns ruhelos macht), und den unbedingten Wunsch, diese auch zu verwirklichen.

Der absteigende Mondknoten Ketu im 11. Haus kann sich relativ leicht von Wünschen und Begierden befreien, die uns aus vedischer Sicht an das Rad der Wiedergeburt binden. Ketu macht im 11. Haus, was materielle Erfolge betrifft, eher bescheiden, denn es fällt nicht wirklich schwer loszulassen. Oft gewinnt man gerade durch das Loslassen an Ehrung und Anerkennung von Seiten der Umwelt. Es kann die Neigung vorhanden sein, durch intuitive Intelligenz zu erkennen, welche spirituellen Werte tatsächlich einen Gewinn für den Menschen darstellen.

Saturn finden wir schließlich im 9. Placidus-Haus der Religion. Die saturnische Berufung (Saturn im 10. Tierkreiszeichenhaus) betätigt sich auf dem Feld der Religion und dort vor allem in der Lehre. Mit Jupiter am Aszendenten ist man ohnehin der „geborene“ Lehrer. Der Sanskritname für Jupiter ist „Guru“.

Yogas – Planetenverbindungen

Abb. 1 Papst Benedikt XVI.

Eine Spezialität der klassischen indischen Horoskopdeutung ist die Untersuchung der so genannten „Yogas“. Ein Yoga ist eine Kombination von Planeten in bestimmten Haus- und Zeichenstellungen. Es wurden mehrere hundert, sogar über Tausend Yogas bisher in Indien identifiziert. Natürlich ist es nicht möglich, ein Horoskop auf das Vorhandensein so vieler Möglichkeiten durchzuarbeiten. Es ist in der Regel für einen Überblick auch ausreichend, die wichtigsten Yogas anzuschauen.

Maha Purusha Yoga heißt zu Deutsch „Yoga einer Großen Seele“. Ein hiervon betroffener Planet kann besonders zur Geltung kommen und in Kombination mit zusätzlichen stärkenden Faktoren einen Menschen von Einfluss, Dominanz oder gar Berühmtheit anzeigen. Bei Joseph Ratzinger bildet die Venus ein solches Yoga. Die Venus steht im eigenen Zeichen Stier sowie in einem kardinalen Haus vom Aszendenten gerechnet und vom Mond aus in dessen 9. Haus. Das 9. Haus weist hier auf den Bereich der Religion und Philosophie und das 4. Haus auf die Verwurzelung mit der Herkunft. Die Eltern werden im indischen Horoskop vom 4. Haus = Mutter und 9. Haus = Vater widergespiegelt. Da Venus beide Häuser beherrscht und stark im eigenen Zeichen steht, können wir davon ausgehen, dass die Eltern sich sehr verbunden fühlten, sehr religiös geprägt waren und in dieser Hinsicht einen entscheidenden Einfluss auf ihren Sohn gehabt haben dürften.

Der Mond befindet sich in einem Kemadruma Yoga, da sich keine Planeten in den benachbarten Zeichen Löwe und Waage befinden und auch kein weiterer Planet in Jungfrau steht. Dies ist für den im indischen Horoskop so wichtigen Mond eine nachteilige Stellung und ein davon Betroffener könnte sich einsam oder zumindest nicht in seinem wahren Wesen erkannt fühlen. Allerdings wird dieses Yoga in seiner Schwere durch die Tatsache abgeschwächt, dass einige Planeten Aspekte zum Mond bilden und er dadurch nicht ganz isoliert ist. Da der Mond generell das weibliche Prinzip und damit Frauen und Mütter anzeigt, ist mit dieser Isolierung der Mondstellung auch eine Schwächung des Frauenbilds von Joseph Ratzinger angezeigt. In diese Richtung weist auch Venus, die durch ein Papakartari Yoga von zwei natürlichen Übeltätern, hier Sonne im 3. Haus und Mars/Rahu im 5. Haus, eingeschlossen wird. Ein derart eingeschränkter Planet findet erschwerte Bedingungen für seine Entfaltung vor.

Die Sonne erhält ein Ubhayachari Yoga, da sich die natürlichen Wohltäter Merkur und Venus im 12. und 2. Haus von der Sonne gerechnet befinden. Diese Kombination kann im Leben viel Glück bringen, sie fördert Ansehen und mitunter Reichtum sowie Intelligenz und einen Sinn für Spiritualität. Dieses Yoga ist sehr stark, da sich zwei Beteiligte im eigenen Zeichen (Venus) bzw. im Zeichen der Erhöhung (Sonne) befinden. Venus ist durch das Maha Purusha Yoga noch besonders gestärkt.

Wir finden auch ein „königliches“ Raja Yoga (raj = König) zwischen Venus und Saturn, da Venus als Herrscherin eines kardinalen und des 9. Hauses in gegenseitigem Aspekt zu Saturn steht, der ebenfalls ein kardinales Haus beherrscht. Diese Kombination verheißt Glück, Anerkennung und viel Tatkraft durch die beteiligten kardinalen Häuser.

Es besteht ein Adhi Yoga durch zwei natürliche Wohltäter im 6. und 7. Haus vom Mond (hier Jupiter und Merkur). Dies verspricht Führungsqualitäten. Außerdem ist eine Variante des Amala Yoga vorhanden, da sich zwei natürliche Übeltäter (Mars und Rahu) im 10. Haus vom Mond aus gerechnet befinden. Ein Wohltäter würde hier eine wohlwollende und philanthropische Haltung anzeigen sowie eine Karriere im sozialen Sektor versprechen. Harte Planeten wie Mars und Rahu jedoch können ebenfalls Erfolg anzeigen, aber oft wird ein hoher Posten auf Kosten anderer bekleidet und man hat keine Probleme, zur Durchsetzung auch seine Ellenbogen einzusetzen.

Schlussendlich bilden Jupiter, Merkur und Venus noch ein Saraswati Yoga, das einen Schriftsteller, Gelehrten, Redner oder gar Weisen anzeigen kann.

Das indische System der Auslösung der Horoskopanlagen

Es stellt sich nun die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass Joseph Ratzinger sein doch beachtliches Potential im Leben auch umsetzen kann. Dazu schaut sich der indische Astrologe an, zu welchen Zeiten die Planeten gemäß dem Vimshottari Dasha System ausgelöst sind. Aus indischer Sicht ergreifen die Planeten das aus früheren Leben Mitgebrachte, unser Karma, um es in Zeiten ihrer Aktivierung durch ein Dasha zur Manifestation in der Welt zu bringen. Die Planeten sind auch aus vedischer Sicht gestalterische Kräfte in unserem Wesen. Der Sanskritbegriff für Planet lautet Graha, was mit dem Verb „er-greifen“ übersetzt werden kann.

Vimshottari Dasha

Das Vimshottari Dasha System entspricht einem Zeitraum von 120 Jahren – laut Veden die normale Lebensspanne eines Menschen im momentanen Zeitalter des Kali Yuga. Die einzelnen Planeten sind in diesem Zeitraum unterschiedlich lange aktiviert: die Sonne 6 Jahre, der Mond 10 Jahre, Mars 7 Jahre, Rahu 18 Jahre, Jupiter 16 Jahre, Saturn 19 Jahre, Merkur 17 Jahre, Ketu 7 Jahre und Venus 20 Jahre (Abb. 4). Die Position des Mondes zum Zeitpunkt der Geburt in einem bestimmten Nakshatra markiert den Einstieg in diese Zeitschleife. Der Herrscher dieses Nakshatra ist zum Zeitpunkt der Geburt ausgelöst und die 120 Jahre dauernde Sequenz beginnt bei diesem Planeten, um sich im beschriebenen Rhythmus fortzusetzen.

Nehmen wir Joseph Ratzingers Horoskop als Beispiel: Der Mond steht siderisch auf 21°11‘ Jungfrau im 13. Nakshatra Hasta. Dieses Nakshatra erstreckt sich von 10° bis 23°20‘ Jungfrau und wird von Mond beherrscht. Zum Zeitpunkt der Geburt war somit ein Mond Dasha aktuell, und da der Mond sich gegen Ende des Nakshatra befindet, muss auch die Dashaphase ihrem Ende zugegangen sein. Ein Mond Dasha dauert insgesamt 10 Jahre, und in diesem Zeitraum werden zusätzlich zur Hauptphase Mond (Mahadasha) auch die anderen Planeten in der zuvor genannten Reihenfolge ausgelöst. Diese Unterauslösung wird Bhukti genannt. Es gibt noch drei weitere Unterauslösungen, doch um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen, will ich es bei der Hauptphase (Mahadasha) und der ersten Unterphase (Bhukti) belassen. Die gesamte Dasha-Sequenz von der Geburt bis zum 119. Lebensjahr können Sie auch in der nebenstehenden Abbildung Nr. 5 sehen (1. Planet = Mahadasha, 2. Planet = Bhukti). Ratzinger wurde entsprechend in einem Mond Mahadasha und einem Venus Bhukti geboren, und bereits mit anderthalb Jahren wechselte er in das nachfolgende Mars Mahadasha.

Kurz nach der Geburt wird also bereits das Mars-Thema ausgelöst und dürfte somit Ratzinger sehr stark geprägt haben. Wir müssen auch beachten, dass Mars über das 3. und 10. Haus sowie die Sonne und den Saturn herrscht und somit das patriarchale und ehrgeizige Weltbild in seinem Horoskop mit zum Ausdruck bringt. Von seinem 9. bis 27. Lebensjahr herrschte ein Rahu Mahadasha, was hier einer Fortsetzung des Mars-Themas entspricht, da diese Horoskopfaktoren im gleichen Zeichen stehen.

Abb. 3 Südindische Grafik

Das 5. Haus und alle damit verknüpften Planeten und Themen sind somit in der ersten Lebenshälfte 25 Jahre lang durch das Mars und das Rahu Mahadasha aktiviert. Im 5. Haus geht es um die höhere Intelligenz, z. B. ein Studium. Und mit Rahu geht es auch um die Erfüllung des persönlichen Wunsches nach Wissen (oder gar Weisheit). Mit dem 5. Haus sind viele Faktoren im Horoskop verbunden: Merkur im 2. Haus durch das Zeichen Zwillinge, der Mond in der Jungfrau im 8. Haus durch den Aspekt von Mars, Sonne und Saturn und das 3. und 10. Haus durch Mars‘ Herrschaft. Wir können uns dies als eine sehr expansive Zeit vorstellen, was das Gebiet des Wissens und dessen Entfaltung in Ratzingers Wesen betrifft. Es war offensichtlich keine Zeit, in der Kinder zur Welt gekommen wären, da diese Anlage in Ratzingers Horoskop mehrfach verneint wird (z.B. durch die natürlichen Übeltäter im 5. Haus, welche den Mond aspektieren).

Es schließt sich von 1953 bis 1969 ein Jupiter Mahadasha an. 1953 promovierte Ratzinger zum Doktor der Theologie, ein passender Einstieg in die Jupiter-Phase und Widerspiegelung seiner Jupiterstellung als Herrscher von 2 und 11 im 1. Haus. Es folgen Jahre einer reformorientierten Auffassung gegenüber der katholischen Kirche. Insbesondere während des II. Vatikanischen Konzils wird er durch seine Tätigkeit als Berater (5. Haus wird von Jupiter durch einen fördernden Aspekt beeinflusst) und Redenschreiber (Merkur in 2 im Jupiter-Zeichen Fische, Jupiter als Herrscher von 2 in 1) weiteren Kreisen bekannt. 1968 veröffentlichte er in „Einführung in das Christentum“2 Ansichten, die sich gegen die damaligen Theologen in Rom richteten. Er kritisierte eine zu zentralistische, „von Rom kontrollierte“ Kirche mit zu vielen Gesetzen.

Von 1966 bis 1969 hatte Ratzinger auf Betreiben seines Kollegen Hans Küng einen Lehrstuhl für Katholische Dogmatik an der Universität in Tübingen inne. Diese Zeit fällt zusammen mit dem Jupiter Mahadasha sowie dem Mars und dem sich anschließendem Rahu Bhukti, d.h. dem weiter oben beschriebenen Thema von Mars und Rahu im 5. Haus. Seine bis dahin liberale Grundeinstellung, mit der er zum Beispiel die Veränderungen des Konzils befürwortete, relativierte sich in den Jahren der 68er Bewegung, da er den Glauben durch eine heraufkommende „Beliebigkeit“ gefährdet sah. In Universitätsveranstaltungen war es teilweise zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen, die den jungen, eher zurückhaltenden Hochschullehrer offenbar persönlich sehr getroffen haben. Der einst als Reformer gehandelte Ratzinger wandelt sich zum Bewahrer. Es bildet sich eine konservative Einstellung, deren Bild sich seitdem in der öffentlichen Wahrnehmung Ratzingers verfestigt hat. Der Übergang vom jupiterhaften Liberalismus hin zum saturnischen Konservatismus zeigt sehr schön den Wechsel zum Saturn Mahadasha im Jahr 1969, der auch seinen Weggang von Tübingen markiert.

Gehen wir zurück in das Jahr seiner Priesterweihe am 29. Juni 1951. Im Monat zuvor wechselte das Bhukti zu Mond innerhalb des Rahu Mahadasha. Es war interessanterweise der durch ein Kemadruma Yoga doch recht isolierte Mond in Verbindung mit dem „unersättlichen“ und eher kopflastigen Rahu ausgelöst, als sich Joseph Ratzinger zum Priester weihen ließ. Seine Ernennung zum Erzbischof im März 1977 fällt zusammen mit einem Saturn/Venus-Dasha, die beiden Planeten, die ein Raja Yoga bilden und eine ganz besondere Bedeutung hinsichtlich seiner beruflichen Karriere und familiären Herkunft im indischen Horoskop haben. Die Ernennung zum Kardinal erfolgte drei Monate später, also weiterhin im Saturn/Venus-Dasha. Zu Beginn der 80er Jahre wurde er Präfekt der Glaubenskongregation und nahm im weiteren Verlauf des Saturn Mahadasha wesentlichen Einfluss auf theologische und kirchenpolitische Fragen. Er drückte der katholischen Kirche seinen konservativen Stempel auf als rechte Hand von Papst Johannes Paul II. Diese Haltung behielt Ratzinger auch beim Wechsel in das Merkur Mahadasha ab dem Jahr 1988 bei. Zehn Jahre später ließ er unter Merkur/Rahu die Archive der Inquisition für wissenschaftliche Forschung zugänglich machen. Es lassen sich seitdem erste Ansätze einer Aufarbeitung von Fehlentscheidungen in der Kirchengeschichte erkennen.

Im März 2003 begann die letzte Unterphase während des Merkur Mahadasha: das Saturn Bhukti. Im November 2005 wird das Merkur Mahadasha vom Ketu Mahadasha abgelöst. Merkur ist ein wichtiger Faktor in Ratzingers Horoskop, und Saturn ist als AC-Herrscher von noch größerer Bedeutung. Oft ist es so, dass der Bhukti-Planet mit seinen Themen innerhalb des Kontexts des Mahadasha-Planeten zur Auslösung kommt, d.h. dass sich das 1., 10. und 12. Haus mit allen verbundenen Faktoren vor allem in Saturns Bhukti verwirklichen können. Es ist anzunehmen, dass sich in diesen letzten zwei Jahren das unter Saturn und Merkur angelegte „Karma“ oder Potential zum Ausdruck bringen möchte. Wir müssen uns nur die Deutungen in Zusammenhang mit diesen beiden Planeten und dabei insbesondere Saturn in Erinnerung rufen und können so anhand der Entwicklungen Anfang 2005 mit einer großen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Joseph Ratzinger sehr gute Chancen hat, an die Spitze der Hierarchie seiner „Institution“ (AC-Herrscher Saturn im 10. Haus) gewählt zu werden. Stützen ließe sich diese Vermutung noch mit der Untersuchung von Transiten, Solar-Horoskopen und der Einbeziehung der verschiedenen Unterhoroskope (Vargas), die in der indischen Astrologie zur detaillierten Analyse eines Lebensbereiches herangezogen werden. Zum Zeitpunkt der Wahl war übrigens neben Merkur und Saturn auch Rahu auf der dritten Dasha-Ebene mit ausgelöst.

Aus indischer Sicht können wir sagen, dass sich das unter Mars, Rahu, Jupiter, Saturn und Merkur angelegte Potential nicht hätte verwirklichen können, wenn während Ratzingers Lebenszeit kein Mahadasha dieser Planeten stattgefunden hätte. Das Timing zur Papstwahl in der letzten möglichen Dasha-Phase war geradezu perfekt.

Ausblick

Seit November 2005 befindet sich Papst Benedikt XVI in einem sieben Jahre währenden Ketu Mahadasha. In Ketu-Zeiten kann sich eine Empathie mit der universalen, kreativen Lebenskraft entwickeln, aus der wirkliche Weisheit und Einsicht in die Wirkungsweise der Natur entsteht. Eine innere oder auch äußere Unzufriedenheit kann in dieser Periode zum Vorschein kommen, oder auch das Gewahrwerden eines ungelösten philosophischen oder theologischen Problems. Ketu veranlasst dann, auch den verborgensten Winkel der menschlichen Psyche zu erforschen oder das Problem von allen nur denkbaren Seiten her auszuleuchten, um vor allem mit Hilfe der Intuition zu einer neuen Lösung, sprichwörtlich zur Er-Lösung zu kommen. Durch das Zeichen Schütze ist gleichzeitig Jupiter im 1. Haus aktiviert. Benedikt XVI ist ganz konkret persönlich von diesem Thema betroffen und kann seine herausragenden intellektuellen Fähigkeiten zur Lösung einsetzen. Vielleicht erinnert er sich im Laufe der kommenden Jahre an so manche Position, die er während seines Jupiter Mahadashas in der katholischen Kirche eingenommen hatte und sucht neue Schritte, diese kreativ in die heutige Kirche zu integrieren. Dies wäre eine beachtliche Kehrtwendung, wie er sie immerhin schon einmal in seinem Leben vollzogen hatte. Seit dem vergangenen Sommer sucht Papst Benedikt XVI das Gespräch mit Kritikern wie Oriana Fallaci, dem exkommunizierten Bischof Bernard Fellay und seinem vom Vatikan 1979 gemaßregelten, früheren Universitätskollegen Hans Küng. In einem Mondknoten Mahadasha kann das unmöglich Erscheinende durchaus möglich werden.

Für den Klärungsprozess während eines Ketu Mahadashas ist oft Rückzug und Isolation erforderlich. Zuweilen verliert man in diesen Zeiten den Zugang zu bis dahin wichtigen oder selbstverständlichen Bereichen des bisherigen Lebens, sei es in Beruf oder Familie zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder Scheidung. Themen von abnehmender Bedeutung für den Betroffenen „verschwinden“ quasi während einer Ketu-Phase aus dessen Leben. Auf gesundheitlicher Ebene kann es mitunter zu Erkrankungen kommen, die jedoch im Grunde den Rückzug in die Abgeschiedenheit gewährleisten sollen. Dort fällt es am leichtesten, seine ureigene Antwort auf die innerlich aus dem Unbewussten drängenden Fragen zu finden. Ansonsten droht Ketu oft mit Verwirrung, Vernebelung, Ungewissheit, Angst oder Enttäuschung. Ketus Potential der Er-Lösung verwirklicht sich oft erst unter der Voraussetzung, die Dinge und Vorstellungen loszulassen, an die sich der gegenüberliegende Rahu mit all seiner Energie klammert. Es bleibt abzuwarten, wie Papst Benedikt XVI vor allem auch im Rahmen seines hohen Amtes dieses Potential in den kommenden sieben Jahren verwirklichen wird.

1 Quelle: Taeger Archiv (IHL) via www.astrologix.de
2 Joseph Ratzinger: Einführung in das Christentum

© B. Braun 2006