Transite

Transite der geistigen Planeten

In der astrologisch-psychologischen Beratungspraxis verwenden wir die Altersprogression, um einen Überblick zu erhalten, welche Themen im Bewusstsein des Horoskopeigners zum Beratungszeitpunkt besonders angereizt sind. In manchen Fällen können auch Transite der langsam laufenden Planeten zu Planeten des Geburtshoroskopes aufschlussreich sein hinsichtlich der aktuellen Erlebnissituation des Klienten.

Die Transite von Saturn, Uranus, Neptun und Pluto in Verbindung mit aktuellen AP-Aspekten können dem astrologisch-psychologischen Berater einen umfassenden und tiefen Einblick in die gegenwärtige Situation des Klienten sowie Hinweise auf für ihn zur Zeit anstehende Entwicklungs- und Wandlungsprozesse geben.

Abgrenzung der Altersprogression gegenüber Transiten

Der Alterspunkt symbolisiert unseren Bewusstseinsfokus, der durch Zeit und Raum wandert und verschiedene Aspekte unseres Wesens aus immer wieder neuen Blickwinkeln in unser Bewusstsein hebt. Er zeigt an, wie wir Schritt für Schritt ein erweitertes Bewusstsein von uns selbst erlangen können. So gesehen entspricht der AP einer inneren Uhr, die anzeigt, welches Thema zu einem bestimmten Zeitpunkt in uns aktuell ist. Es handelt sich dabei um eine eher subjektive Sichtweise unserer persönlichen Bewusstseinsentwicklung.

Transite der laufenden Planeten am Himmel symbolisieren, in welchem Kontext mein Wesen und Bewusstsein in Bezug auf das größere Ganze steht, welche Zeitqualität dort allgemein herrscht und wie diese auf mich einwirkt und mir Anreize zur Weiterent-wicklung bietet. Gemäß dem hermetischen Analogiegesetz „Wie oben, so unten“ hat nicht nur die Planetenkonstellation zum Zeitpunkt meiner Geburt etwas mit mir hier auf Erden zu tun, sondern auch die aktuelle Veränderung der Planetenstellungen im Verhältnis zu meinem Geburtshoroskop ist für mich von Bedeutung. Transite entsprechen sozusagen einer mehr objektiven Sichtweise unserer Bewusstseinsentwicklung.

Wichtig ist, nicht der Illusion zu verfallen, die transitierenden Planeten würden etwas hervorrufen oder bewirken. Sie zeigen lediglich etwas an, das in mir geschieht – oder idealerweise geschehen sollte, weil hier und jetzt die Zeit dazu reif ist.

Transite von Uranus, Neptun und Pluto

In erster Linie sind die Transite der geistigen Planeten Uranus, Neptun und Pluto für ein umfassenderes Verständnis der aktuellen Zeitqualität im Radix von Nutzen. Sie deuten stets auf eine Aufforderung zu Wandlung und Neuausrichtung des Horoskopeigners hin. Auch Aspekte des laufenden Saturns zu Planeten des Geburtshoroskops können bedeutsame Hinweise auf die momentane Situation des Klienten geben.

Je unbewusster wir sind und im Außen oder an der Peripherie leben, umso mehr Angst haben wir in der Regel vor Veränderungen, und umso mehr neigen wir dazu, während Transiten äußere Ereignisse anzuziehen, die von uns eine Veränderung oder Anpassung erzwingen. Wir fühlen uns dann ohnmächtig einem Schicksal ausgeliefert, dessen Sinn wir nicht verstehen können. Je mehr wir jedoch mit unserem Bewusstsein in unserem innersten Wesenskern zentriert sind, umso produktiver und bewusster können wir mit Transiten umgehen und die durch sie angezeigten Veränderungen als ein Sprungbrett in eine sinnvolle Zukunft nutzen.

Transite der drei geistigen Planeten erscheinen dabei wie Botschafter aus einer anderen Dimension. Sie geben uns aus geistigen Bereichen einen Anstoß, unser bisheriges Leben zu betrachten und festzustellen, ob wir unser inneres Potential entsprechend unserem Grundhoroskop tatsächlich verwirklichen oder ob unsere bisherige Entwicklung in irgendeiner Hinsicht zu einseitig verläuft und nun die Zeit reif ist für eine Veränderung, Neuausrichtung oder Korrektur.

Zeiten, in denen Uranus, Neptun oder Pluto wichtige Konstellationen unseres Radix aspektieren, z.B. einen der Ich-Planeten oder einen Spannungsherrscher in unserem Horoskop, erleben wir vor allem dann als schmerzhaft, wenn wir an alten Strukturen festhalten und keinen Platz mehr für eine Weiterentwicklung und Veränderung lassen. Dann wirken ihre Kräfte zunächst zerstörend und verwandelnd auf kristallisierte Formen ein – sei es im Bewusstsein, in Partnerschaften oder im Beruf -, um so Platz für das Neue oder Andere zu schaffen, das aus einer höheren Sicht notwendig ist zur Abrundung und Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit.

Transite der geistigen Planeten können wir so als Sprungbretter zur Erweiterung unseres Bewusstseins erleben. Sie sind uns dabei von Nutzen, unsere wahre innere Bestimmung zu verwirklichen. Die Frage ist nur, ob wir freiwillig springen wollen und können oder ob wir erst einmal von hinten angeschubst werden müssen.

Transit-Aspekte

Konjunktionen, Oppositionen und Quadrate, also die roten Tat-Aspekte der Transit-Planeten, sind in ihrer Wirkungsweise erfahrungsgemäß sehr ausgeprägt – vielleicht, weil wir dem Thema dann am wenigsten ausweichen können, es präsentiert sich uns oft auf eine vehemente Art und Weise, vor allen Dingen bei Uranus- und Pluto-Transiten. Sie drängen auf eine aktive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema, fordern unseren vollen Einsatz sowie dort Veränderungen, wo diese notwendig erscheinen.

Die blauen Transit-Aspekte zeigen scheinbar reibungslos ablaufende Veränderungen in unserer Persönlichkeit an, die Dinge laufen wie von selbst und erfordern nicht unbedingt unser aktives Eingreifen. Wir verändern uns auf eine mehr unauffällige und organische Art und Weise, es wird ein „natürlicher“ Wandlungsprozess angereizt, es geschieht eine Art innere Substanzumschichtung. Vielleicht erleben wir die Veränderungsprozesse aber auch ohnmächtig und tatenlos.

Grüne Transit-Aspekte weisen auf Prozesse hin, die in unserem Bewusstsein gesche-hen. Wir beschäftigen uns gedanklich mit dem Thema, erfahren etwas Neues darüber. Oder wir hängen irgendwie in der Luft, sind unzufrieden, erleben das Thema in Projek-tionen, drehen uns im Kreis – bis wir uns zu einer Entscheidung durchgerungen haben. Diese Transite präsentieren sich in der Regel nicht so zwingend wie Konjunktionen und Oppositionen.

Die Wirkungsdauer und -intensität eines Transits ist unterschiedlich lang und stark. Vielleicht spielt dabei der Bewusstseinsgrad des Horoskopeigners eine Rolle. In der Regel sind Wirkungen ab 1° vor dem exakten Aspekt zu verspüren bis ungefähr 15′ bis 30′ nach dem exakten Übergang. Durch Rückläufigkeit kann sich der Transit mehrmals wiederholen. Manche Menschen verspüren bereits 2° bis 4° vor dem exakten Transit die inneren Veränderungsprozesse, die nun angereizt werden. Manchmal aber scheinen Transite auch wirkungslos an uns vorüberzugehen.

Saturn

Transite des Saturns über Geburtsplaneten deuten oft eine Art Realitätsprüfung der jeweiligen Planetenfähigkeit an. Saturn ist der Hüter der Schwelle und prüft alles auf Herz und Nieren hinsichtlich Machbarkeit, Nutzen und Sicherheit. Kräfte und Energien konzentrieren und kristallisieren sich auf das minimal Notwendige, ein evtl. Zuviel wird weggenommen, ein mögliches Zuwenig kann aber auch aufgefüllt werden. Dies können wir als Reduktion, Einschnürung oder gar Depression erleben, aber auch als ein natürlich gewachsenes Verantwortungs- und Realitätsbewusstsein, das uns innere Sicherheit, Stabilität und Struktur verleiht.

Interessant sind die Aspekte des Transit-Saturns zum Radix-Saturn sowie die etwa alle 29 Jahre stattfindende Rückkehr des Saturns an dessen Radix-Position im Tierkreis (der sogenannte Saturn-Zyklus).

Uranus

Uranus symbolisiert in der Astrologischen Psychologie unsere Fähigkeit zu schöpferischer Intelligenz. Er befähigt uns zu blitzartigen Erkenntnissen und plötzlichen Intuitionen, die von einer Sekunde auf die andere unser gesamtes Weltbild verändern können. Dies bedeutet oft einen plötzlichen Einbruch des Neuen oder Fremden in unseren Alltag. In Zeiten von Uranus-Transiten ist alles im Umbruch, die Ereignisse überstürzen sich, plötzlich geschehen Dinge, die kurze Zeit zuvor noch undenkbar schienen.

Wir reißen vielleicht selbst Grenzen nieder und durchbrechen die Mauern, die uns bisher eingesperrt und eine weitere Entwicklung unmöglich gemacht haben. Wir finden Zugang zu einer neuen und „besseren“ Welt, zu einer neuen, idealeren Ordnung. Wir können uns von alten Gewohnheiten und eingerosteten Verhaltensstrukturen schlagartig befreien.

Je mehr wir jedoch an den alten Strukturen festhalten und uns dem Neuen entgegenstellen, umso schmerzhafter werden die Erlebnisse eines solchen Transits sein. Wir verlieren vielleicht unseren Arbeitsplatz oder unseren Partner. Was uns gestern wichtig war, ist heute plötzlich bedeutungslos. Wir müssen natürlich beachten, welchen Radix-Planeten der laufende Uranus aspektiert. Männliche Planeten wie Sonne und Mars oder auch Jupiter können die neu hereinbrechenden geistigen Energien möglicherweise besser umsetzen und nutzen als sensitive Planeten wie z.B. unser Gefühls-Ich Mond oder auch unser Sicherheitsbedürfnis Saturn, das bei einem Uranus-Transit arg ins Wanken kommen kann.

Uranus-Transite zu Persönlichkeitsplaneten:

Sonne

Uranus entzündet in unserem mentalen ICH-Pol den schöpferischen Funken, ein Licht, in dessen Schein unsere Welt sich in kurzer Zeit radikal verändern kann. Wir erkennen vielleicht, dass wir mit unserem bisherigen Leben, mit unserem Beruf, mit unserem Partner oder mit uns selbst nicht mehr zufrieden sind, und wollen dem Ruf nach Veränderung folgen. Wir streben zu neuen Ufern, in die Zukunft, arbeiten an einer idealen Welt und sind ungeduldig, unsere neuen Plä-ne in die Tat umzusetzen. Wir kommen mit neuen geistigen Lehren in Berührung, die unser Leben verändern, unseren geistigen Horizont erweitern und neue Welten und Daseinsbereiche erschließen.

Mond

Unser Gefühls-Ich wird von der geistigen Qualität des Uranus stimuliert, Gefühlsblockaden können z.B. durchbrochen werden. Der Gefühlsbereich und damit auch Erlebnisse aus unserer Kindheit werden aus einer höheren Sicht durchleuchtet und damit auch Veränderungen stimuliert. Unsere Gefühle und Emotionen, unser Kontakt-Ich, stehen nun unter geistigem Starkstrom. Entsprechend empfindlich können wir zunächst reagieren, z.B. wenn eine enge, symbiotische Beziehung durch Trennung bedroht ist. Vielleicht wollen wir aber auch uns selbst und unsere Gefühle von Einseitigkeit befreien. Wir sind jetzt bereit zu einem Schritt in neue Seinsbereiche.

Saturn

Die neue Ordnung trifft auf die alte Ordnung und stellt diese möglicherweise in Frage. Passt das Althergebrachte in unseren Entwurf einer idealen Welt? Wo muss etwas geändert werden? Wo sind wir zu starr, zu ängstlich, zu sicherheitsbetont? Erstarrte Strukturen sollen nun wieder in Fluss kommen. Materie (Saturn) und Geist (Uranus) prallen aufeinander.

Neptun

Das höhere Liebes-Ideal bewirkt auf ganz andere Art Veränderungen und Neuanpassungen in unserer Persönlichkeit. Die Erlebnisse sind nicht abrupt und niederreißend wie bei Uranus, sondern eher subtil, unterschwellig und „schleichend“. Neptun reizt vor allem den Gefühls- bzw. Astralkörper an, er weckt Sehnsüchte und Wünsche, ruft Träume und Phantasien hervor. Wir sehnen uns und suchen nach der idealen Liebe, der idealen Beziehung, dem Traumpartner, der Traumwelt, dem Traumberuf. Wir träumen von Frieden, Geborgenheit und Erlösung. Entsprechend können wir hier natürlich einigen Täuschungen und Trugbildern erliegen.

Neptun löst oft auf manchmal unmerkliche und sehr subtile Weise verhärtete Grenzen und Mauern auf und zerstört so ebenfalls überholte, unbrauchbar gewordene Strukturen in unserem Bewusstsein, die einer idealeren Kommunikation zwischen den Wesen und Dingen im Kosmos entgegenstehen. Dadurch setzt er neue Möglichkeiten in uns frei, dem Ideal der Liebe näher zu kommen, damit wir mehr und mehr erkennen können, dass wir in Wirklichkeit mit allem um uns herum eins sind.

Auch hier können wir uns vorstellen, wie unterschiedlich diese Transit-Energie die Sonne als unser autonomes Ich-Bewusstsein oder den Mond als persönlichen Wunsch nach Liebe verwandelt.

Neptun-Transite zu Persönlichkeitsplaneten:

Sonne

Wenn der laufende Neptun unser mentales ICH berührt, kann er ein starkes Bedürfnis hervorrufen, dem Alltag zu entfliehen und sich mehr den feinstofflicheren, mystischen, esoterischen oder okkulten Dingen des Lebens zu widmen. Unser Selbstbewusstsein öffnet sich „sanft“ den spirituellen Welten. Eventuell empfinden wir auch eine gewisse Selbstentfremdung, wir wissen nicht mehr so recht, wer wir eigentlich sind. Wir können auf der Suche nach mehr Liebe und Verstehen auch unkritisch reagieren, Sehnsüchte und Wünsche entwickeln und verfolgen, die unrealistisch oder irrational sind. Wir wollen vielleicht der Realität entfliehen, suchen nach einem spirituellen Führer, nach dem Retter der Menschheit oder einer intergalaktischen Lösung für unsere Probleme hier auf Er-den.

Mond

Bei diesem Transit wird am direktesten der Entwicklungsschritt von der ichhaften Mond-Liebe hin zur transpersonalen, ichüberschreitenden Neptun-Liebe angereizt. Und je nachdem, wie wir auf diesem Wege vorangekommen sind, können wir während dieser Zeit glauben, die große Liebe unseres Lebens gefunden zu haben, um dann später festzustellen, dass wir einer Täuschung oder Illusion aufgesessen waren. Oder wir spüren in uns die Verbindung mit allen anderen Lebewesen, das All-eins-Sein mit dem Kosmos, die mystische Vereinigung. Doch vielleicht führt diese Identifikation mit dem höchsten Liebes-Ideal auch zu einer Auflösung des Ichs. Wir verlieren uns in einem anderen Menschen, in einer sozialen Aufgabe, in einem geistigen Ideal (Helfersyndrom).

Saturn

Unter einem Neptun-Transit zu Saturn kann unsere Abgrenzungsfähigkeit „unterminiert“ werden. Neptun als sensitiver Planet will eigentlich Grenzen transzendieren, sich dem Höheren öffnen, mit allem eins sein und verschmelzen. Dies widerspricht den Zielen des Saturns nach Abgrenzung und Formung. Entsprechend können in dieser Zeit Ängste entstehen, unsere „Abwehrmechanismen“ versagen (vielleicht auch im wortwörtlichen Sinne), wir reagieren mit Zweifeln, Unsicherheiten und Abwehr. Neptun fordert unser Körperbewusstsein auf, die Notwendigkeit und den Grad unserer Abgrenzung zu prüfen und uns neu auf die spirituelle Welt abzustimmen oder einzustellen. Vielleicht bietet uns dieser Transit auch Möglichkeiten, auf der Ebene der Realität die Prinzipien des Neptuns – soziales Engagement und Empathie – manifestieren und umsetzen zu können.

Pluto

Pluto ist ein kosmischer Bote des geistigen Willens. Alles, womit er in Berührung kommt, wird durch seine spirituelle Willensenergie intensiviert und übersteigert. Er setzt einen Wandlungsprozess in Gang, in dem all das zerstört und beseitigt wird, was nicht mit dem göttlichen Willen in Übereinstimmung ist und dessen Wirkungsweise behindert.

Pluto bringt uns eine Vision des geistigen Willens, über den Sinn und Zweck unseres Daseins, des Evolutionsplans. Er ist sozusagen unser Führer auf dem Weg in unser Wesenszentrum, dem Kreis in der Mitte des Horoskops. Er symbolisiert das Ideal des vollkommenen, höheren Menschen. Alles, was dem im Wege steht, wird während eines Transits beseitigt, transformiert, bis auf den Grund zerstört, damit Neues entstehen und wachsen kann, das dem Wesenszentrum mehr entspricht.

Pluto-Transite können entsprechend auf einschneidende Stirb- und Werdeprozesse hinweisen, denen sich unsere Persönlichkeit nur allzu oft widersetzen möchte. Die Verwandlungen und Veränderungen sind in der Regel total, manchmal gar auf die physische Gestalt übergreifend. Es kann eine große Angst vor Ich-Auslöschung, vor der unerbittlichen Energie entstehen, die Pluto in unser Bewusstsein bringt.

Gelingt es uns jedoch, den Pluto-Transit für unsere Entwicklung positiv zu nutzen, so sind wir trotz allem Schmerz unserem Evolutionsziel einen Schritt näher gekommen.

Pluto-Transite zu Persönlichkeitsplaneten:

Sonne

Wirken die transformatorischen Kräfte Plutos auf das mentale Sonnen-Ich, wandelt sich unser Selbstbewusstsein. „Werde, der du bist!“ ist das Losungswort. Oft müssen wir unechte oder überholte Anteile unseres Wesens ablegen bzw. einer Wandlung unterziehen. Vielleicht sollen wir in dieser Zeit erkennen, wie mächtig wir wirklich sind, wie autonom und eigenständig, und wie sehr wir diese Fähigkeiten zum Wohle des Ganzen – eben geistig – einsetzen können. Gelingt uns dies noch nicht so gut, werden wir z.B. mit Autoritäts- und Machtkonflikten konfron-tiert. Manchmal ist auch eine Art Gleichschaltung bzw. Ausrichtung des persönlichen Willens auf den geistigen oder göttlichen Willen erforderlich. Die Zeit des Pluto-Transits zur Sonne bietet mir dann möglicherweise entsprechende Gelegenheiten, die es zu nutzen gilt. Auf dem Weg zu Sinn und Bestimmung unseres Lebens können uns Pluto-Transite zur Sonne auch neue Dimensionen und Erfahrungsbereiche in Verbindung mit unserem Selbstbewusstsein erschließen, wir entdecken bisher verborgene Reichtümer in unserem Wesen (Pluto/Hades als Herrscher über die Schätze der Unterwelt).

Mond

Pluto-Transite zum Mond intensivieren und übersteigern unser emotionales Erleben. Oft bringt Pluto tief verborgene Emotionen, die eventuell sogar in unsere früheste Kindheit zurückreichen, an die Oberfläche. Möglicherweise werden wir nun mit intensiven Gefühlen der Sympathie oder Antipathie konfrontiert. Manchmal wirkt Pluto wie ein Finger, der schmerzhaft auf unsere tiefsten emotionalen Wunden gelegt wird, damit diese ans Tageslicht des Bewusstseins gehoben und dort einer bewussten Auseinandersetzung zugänglicher werden.

Saturn

Hier geht es wieder um die „geprägte Form, die lebend sich entwickelt“. Um eventuelle Verhärtungen und Fehlentwicklungen zu korrigieren oder auch eine aus geistiger Sicht vielleicht notwendige „Umformung“ einzuleiten, wirkt Pluto auf Saturn als zuweilen diese Form zerstörend ein, damit aus ihr etwas Neues entstehen kann, das mit dem inneren Wesen mehr im Einklang steht. Saturn fällt es verständlicherweise zunächst schwer, bei diesen fast alchemistischen Wandlungsprozessen mitzuarbeiten – er stemmt sich eher dagegen und versucht mit allen Mitteln, das Alte fest und aufrechtzuerhalten und sich den Veränderungen zu widersetzen. In der Folge können Angst und manchmal dramatische „Loslass“-Konflikte entstehen. Eigentlich geht es jedoch darum, die manifestierte Form neu auf das innere, geistige Wesen abzustimmen und in Gleichklang zu bringen.

Unsere Reaktionen auf Transite der geistigen Planeten – wenn wir das Geschehen so bezeichnen möchten – sind immer wieder individuell und abhängig von Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit gefällt haben, und von Entwicklungsschritten, die bisher von uns unternommen worden sind. Daher erscheint es wenig sinnvoll, in Rezeptbuchmanier künftigen Transiten auf die Spur kommen und aus ihnen unsere Zukunft prognostizieren zu wollen. Dies soll auch nicht Sinn und Zweck der Astrologischen Psychologie sein, die uns eine wundervolle Unterstützung bietet bei der steten Aufforderung, uns selbst (noch besser) zu erkennen, um das zu werden, was wir sind.

Literatur über Transite:
Howard Sasportas: Götter des Wandels. Knaur-TB
Alexander Ruperti: Kosmische Zyklen. Verlag Hier & Jetzt
Stephen Arroyo: Astrologie, Karma und Transformation. Hugendubel Verlag

Erschienen im Astrolog – Zeitschrift für Astrologische Psychologie Nr. 116